Mit Arcandor auf Du und Du?

Die CSR-Rhetorik auf dem Prüfstand

Vorab im Web - Manche Konzerne müssen von Zeit zu Zeit ihren Namen und ihr Image wechseln. Ein Dossier der Arcandor AG (früher: KarstadtQuelle) und der entwicklungspolitischen Zeitschrift welt-sichten schilderte im letzten Juni auf 24 Seiten in leuchtenden Farben die Sichtweise des Konzerns auf seine Politik der weltweiten Sozialverantwortung (CSR) und des Umweltschutzes. Das rosige Bild steht in schroffem Gegensatz zu den Erfahrungen der Kampagne für Saubere Kleidung und anderer Initiativen. Eine Bilanz von Ingeborg Wick.


Konzernlogo mit Credo: Committed to creating value

Der „Blick hinter die Kulissen“ (welt-sichten-Dossier 6/2008) vermittelt idyllische Eindrücke von der verantwortungsvollen und erfolgreichen Tätigkeit der Arcandor-MitarbeiterInnen, die sie mit den unterschiedlichsten PartnerInnen – etwa der Näherin auf dem Titelfoto – harmonisch zusammenführt. Leider hat die Redaktion darauf verzichtet, zu diesem brisanten gesellschaftspolitischen Thema Gegenstimmen zu Wort kommen zu lassen – ein nicht nur journalistisch, sondern auch politisch fragwürdiges Vorgehen. Dabei mangelt es nicht an fundierter Kritik an Konzept und Praxis einer freiwilligen sozialen Selbstverpflichtung von Unternehmen wie Arcandor ...

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W&E 09/September 2008 und ist reserviert für Abonnentinnen und Abonnenten. Sie haben folgende Möglichkeiten:

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Neues von Arcandor: 450 müssen gehen

3. September 2008 - Die Arcandor AG wird bei ihrer Warenhaustochter Karstadt - Agenturmeldungen zufolge - voraussichtlich 400 bis 450 Stellen abbauen. Um die Einsparungen in der Essener Zentrale zu erreichen, würden möglicherweise auch betriebsbedingte Kündigungen nötig sein, erklärte Arcandor-Sprecher Jörg Howe gestern dem Nachrichtendienst Dow Jones Newswires und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. In erster Linie sollen aber sozialverträgliche Lösungen wie Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen sowie möglicherweise auch Versetzungen gefunden werden. In der Karstadt- Hauptverwaltung in Essen sind derzeit knapp 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Arcandor will mit diesem Schritt Kosten reduzieren, da sich der Konzern den veränderten Marktstrukturen anpassen und schlanker werden müsse, sagte Howe.

Wie viel Geld Arcandor damit einsparen kann, verriet der Sprecher allerdings nicht. Der Vorstand will diese Maßnahme bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres abschließen. Den Mitarbeitern sind Howes Angaben zufolge bereits am Freitag Informationen über diese Planungen zugegangen. Die Arcandor-Aktie macht aufgrund dieser Nachricht einen kräftigen Sprung um 2% auf 5,30 €.

Der Betriebsrat und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wollen den massiven Stellenabbau allerdings verhindern. Die Arbeitnehmer hätten dazu eine Liste für Sacheinsparungen vorgelegt, sagte Verdi Landesprecher Günter Isemeyer in Düsseldorf. "Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern." Der Betriebsrat stehe bereits in Gesprächen mit der Geschäftsführung. Dabei gehe es auch um Interessensausgleiche und einen Sozialplan. - Arcandor hatte im August schwache Karstadt-Geschäftszahlen bekanntgegeben und Konsequenzen angekündigt. Der Mutterkonzern macht vor allem das schlechte Konsumklima für die Probleme verantwortlich. Verdi sieht darüber hinaus auch Fehler auf Seiten des Managements. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hatte Arcandor-Chef Thomas Middelhoff im August vorgeworfen, seit drei Jahren kein schlüssiges Konzept zu haben.


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