01-2002

Im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E) 01/2002 lesen Sie:

* Bewegung für globale Gerechtigkeit: Die Alternativen denken
Die neue Bewegung für globale Gerechtigkeit hat nach dem 11. September dramatisch an Mobilisierungsfähigkeit verloren. Überdies bietet das Jahr 2002 weit weniger Anlässe für spektakuläre Protestaktionen als das vergangene Jahr. Nach einem Jahr der medialen Euphorie besteht die Herausforderung darin, die Arbeit an programmatischen Alternativen zur neoliberalen Globalisierung zu verstärken. Eine erste Gelegenheit dazu bietet das zweite Weltsozialforum Ende Januar in Porto Alegre. Einige Elemente der Diskussion hat Rainer Falk im Vorfeld zusammengetragen.

* Insolvenz von Schuldnerländern: Neue Dynamik aus dem IWF
Anne Kruegers Befürwortung einer Insolvenz für Staaten hatte offenbar die Wirkung jenes Ziegels, dessen Fall die gesamte Mauer mit sich reißt. Zwar handelt es sich keinesfalls um einen neuen Ansatz, wie der Titel ihres Vortrags (s. Hinweis) glauben machen will, doch verstärkte sie die neue Dynamik, die diese Idee in jüngster Zeit entwickelte. Wichtige Finanzminister der G7 hatten sich kurz zuvor für eine internationale Insolvenz ausgesprochen, und zwei Herren der Bank of England und der Bank of Canada, A. Haldane und M. Kruger, präsentierten einen Vorschlag (s. W&E SD 4/2001), der auf den Prinzipien aller Insolvenzverfahren aufbaut, selbst allerdings nicht explizit als solches bezeichnet wird. Von Kunibert Raffer.

* Mit PPPs aus der globalen Wasserkrise? Kein Damm, aber ein Wehr gegen Privatisierung
Wasserkonzerne wie Suez, Vivendi, Thames bzw. RWE oder Gelsenwasser waren bei der Internationalen Konferenz "Wasser - ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung" vom 3.-7. Dezember 2001 in Bonn allgegenwärtig - als eine der "major groups", als Referenten und Sponsoren, mit Ausstellungsständen, Hochglanzbroschüren und Veranstaltungen. Doch wer erwartet hatte, daß hier die Beteiligung der Privatwirtschaft (PPP) als Hoffnungsträger für eine nachhaltige Entwicklung abgesegnet würde, sah sich - je nach Position - beruhigt oder enttäuscht. Die Rolle des privaten Sektors bei der Lösung der Wasserkrise und der Versorgung insbesondere der ärmeren Bevölkerungsgruppen wurde am Ende eher auf kleiner Flamme gehalten. Ein Bericht von Uwe Hoering.

* Rubriken: W&E-Infospiegel (mit Kurzmeldungen, Lese- und Veranstaltungshinweisen)


       
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