Im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E) 03-04/2001 lesen Sie:
* Mittlerin zwischen Erster und Dritter Welt? Die Europäische Union in der WTO Die überraschende Verabschiedung der "Everything but Arms"-Initiative, die den europäischen Binnenmarkt für die ärmsten Entwicklungsländer öffnen soll, entpuppt sich als wichtiger Baustein in der EU-Strategie für die nächste Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Katar (se. auch W&E 02/01). Geht es nach dem Willen der Kommission, wird in dem Ölscheichtum der Startschuß für eine umfassende neue Welthandelsrunde abgegeben. Auf dem Weg dahin ist die EU in die Rolle der Vermittlerin zwischen Erster und Dritter Welt geschlüpft, schreibt Thomas Fritz.
* Lamfalussy-Report: Einheitliche Aktienmärkte in Europa? Auf die Zollunion folgte der Binnenmarkt, auf den Binnenmarkt der Euro. Kommt nach der Europäischen Währungsunion jetzt die europaweite Integration der Finanzmärkte? Der sog. Lamfalussy-Bericht, ein Report des "Ausschusses der Weisen" an den Rat der Wirtschafts- und Finanzminister (Ecofin) der Europäischen Union, untersucht die notwendigen institutionellen Veränderungen zur Etablierung europaweit einheitlicher Wertpapiermärkte. Von Kai Mosebach.
* Auf dem Weg zu Basel II: Neue Eigenkapitalvorschriften Der Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (BAfB), der bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angesiedelt ist, aber eigenständigen Charakter hat, ist ein gutes Stück vorangekommen auf dem Weg, an dessen Ende im Jahr 2004 der alte Baseler Akkord von 1988 durch eine neue Eigenkapitalvereinbarung ersetzt werden soll. Die Konturen von Basel II und die darin enthaltenen Schwachstellen beschreibt Kai Mosebach.
* Klimaverhandlungen in der Sackgasse: Die Mitverantwortung der NGOs Daß der 6. Klimagipfel Ende 2000 in Den Haag scheiterte, ist so schlecht nicht. Nun muß von neuem darüber nachgedacht werden, welche Bedeutung derartige Konferenzen in einer von wirtschaftlichen Interessen geleiteten Globalisierung überhaupt haben und welche Rolle dabei den NGOs zukommt. In einem neuen Buch (s. Hinweis) wird die Rolle der NGOs in der internationalen Klimapolitik einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Die Hauptergebnisse hat Co-Autor Achim Brunnengräber für W&E zusammengefaßt.
* Osteuropa hinter dem Armutsvorhang? Die sozialen Kosten der Transformation Die ökonomische Entwicklung der osteuropäischen Transformationsländer und GUS-Staaten war im Jahr 2000 sehr dynamisch. Ein weiterer wirtschaftlicher Verfall konnte aufgehalten werden. Aber es bleiben große Entwicklungsunterschiede zwischen diesen Ländern, ein großer, teilweise noch wachsender Abstand zu Westeuropa und die Gefahr eines Armutsvorhangs ("poverty curtain") zwischen West und Ost. Doch der politische Protest der Transformationsverlierer bleibt margina1. Dies sind zentrale Aussagen im jüngsten Wirtschaftsbericht der UN-Wirtschaftskommission für Europa (ECE; se. Hinweis), den Gert Meyer ausgewertet hat.
* Unabhängigkeits- und Befreiungskämpfe: Afrikas kurzes Jahrhundert Es ist bemerkenswert, daß sich unter den zahlreichen Publikationen zum Millennium-Rummel kaum eine über den Beitrag Afrikas zum 20. Jahrhundert findet. Was die Schar arrivierter Afrikawissenschaftler im Westen nicht zustande brachte oder nicht für nötig hielt, holt jetzt der künstlerische Leiter der kommenden documenta, Okwui Enwezor, nach. Unter dem Titel "The Short Century" hat er eine Ausstellung konzipiert, die von München über Berlin und Chicago nach New York zieht. Von Rainer Falk.
* Rubriken: W&E-Update (Vorschau auf die politischen Termine des 2. Quartals 2001) und W&E-Infospiegel (mit Kurzmeldungen, Veranstaltungs- und Lesehinweisen)
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