Sicherheit à la Singapur
Als Gastgeber der Jahrestagung von IWF und Weltbank in diesem September will Singapur nicht zuletzt seinen Ruf als internationales Konferenzzentrum der Region festigen. Der Aufwand, den es dazu treibt, kann nur als gigantisch bezeichnet werden.
Das beginnt mit extrem rigiden Sicherheitsvorkehrungen. Die Polizei des Stadtstaates hat angekündigt, außerhalb des Suntec City Convention and Exhibition Center, dem offiziellen Tagungsort der Konferenz, keinerlei öffentliche Versammlungen zu dulden.
Zivilgesellschaftliche Organisationen werden angehalten, sich nur auf einer Ebene (Level 1) des Konferenzzentrum aufzuhalten und zu artikulieren. Sie müssen sich vorab bei IWF und Weltbank akkreditieren und ausdrücklich versichern, daß sie sich an die Gesetze und Bestimmungen Singapurs halten werden.
Während der Innenminister Anfang des Jahres Demonstranten mit der Prügelstrafe und Verhaftungen gedroht hatte, haben die Behörden dem Vernehmen nach jetzt 20 Vertreter der Zivilgesellschaft auf eine schwarze Liste mit Personen gesetzt, denen die Einresie verweigert werden soll, darunter auch solchen, deren Akkreditierung von IWF und Weltbank akzeptiert wurde. Zu den betroffenen Organisationen gehören u.a. das indonesische NGO-Forum INFID, die phippinische Freedom from Debt Coalition, Focus on the Global South und das britische World Development Movement.
Da die Maßnahmen Singapurs nicht gerade förderlich für die Bemühungen von IWF und Weltbank sind, die Beziehungen zur NGO-Szene zu verbessern, haben diese den Stadtstaat inzwischen aufgefordert, die Verbote aufzuheben. Eingeladenen Gästen von Bank und Fonds die Einreise zu verbieten, sei eine schwere Verletzung der Vereinbarungen über die Abhaltung der Jahrestagung in Singapur, ließ die Weltbank verlauten.
Viele NGOs halten die Klage der Weltbank über die singapurischen Gastgeber jedoch für nicht glaubwürdig. Man hätte schon früher wissen müssen, daß polizeistaatliche Methoden in Singapur an der Tagesordnung sind. Internationale NGOs, wie Focus on the Global South, Greenpeace und Friends of the Earth International, haben jetzt dazu aufgerufen, die von IWF und Weltbank während der Tagung angebotenen Dialogveranstaltungen zu boykottieren. Andere NGOs, wie WEED, urgewald und das International Rivers Network, haben gefordert, die Jahrestagung gleich ganz abzusagen.
In die allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen während der Jahrestagung werden sämtliche verfügbaren Polizisten und zusätzlich rund 23.000 Beamte des Stadtstaates einbezogen sein.
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