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10-2002
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Im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E) 10/2002 lesen Sie:
* Weltwirtschaftliche Herbstanalyse: Die Post-Bubble-Ökonomie Im Herbst 2002 befindet sich die Welt in einer ausgemachten Wirtschafts- und Finanzkrise. Zwar fehlt ein spektakulärer, alles überschattender "Hot-Spot", aber der Absturz an den Börsen, das Stottern des Konjunkturmotors, die Skandale vom Typ WorldCom und die neuen Finanzkrisen in Lateinamerika summieren sich zu einem tristen Szenario. Jetzt zeigen sich die Kehrseiten der Transformation des Kapitalismus in ein finanzgetriebenes Akkumulationsmodell, wie sie im letzten Vierteljahrhundert stattgefunden hat. Von Rainer Falk.
* World Investment Report 2002: Die Multis im Nord-Süd-Handel Was im Norden als billige Importkonkurrenz des Südens wahrgenommen wird, ist in Wirklichkeit der Ausdruck globaler Investitionsstrategien transnationaler Konzerne (TNCs). Der neue World Investment Report (WIR) der UNCTAD (s. Hinweis) liefert Belege für die beherrschende Rolle der TNCs im Exportsektor der Entwicklungsländer. Rainer Falk stellt die wichtigsten Ergebnisse vor.
* Neue Wirtschaftsbeziehungen EU-AKP: Peinliche Glaubwürdigkeitslücken Gebetsmühlenhaft urteilt die Europäische Kommission in einer neuen Mitteilung zu Handel und Entwicklung: Der Weg zu nachhaltiger Entwicklung im Süden führt nur über die Öffnung der Märkte für den Handel mit Waren und Dienstleistungen (s. Hinweis). Das ist auch die Maxime in den jüngst begonnen Wirtschaftsverhandlungen mit den AKP (Afrika, Karibik, Pazifik)-Staaten. Doch die Zivilgesellschaft in Süd und Nord ist kritisch, ob der sozial und ökologisch verträgliche Drahtseilakt in regionalen Handelsabkommen gelingt. Einen Blick hinter die potemkinsche Entwicklungsrhetorik der EU-Handelspolitik wirft Klaus Schilder.
* Staateninsolvenz oder CACs? Gläubiger und Schuldner müssen gleichgestellt werden Wenn auf der jüngsten Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington ein Schritt nach vorne gemacht wurde, dann in Bezug auf die Ausarbeitung eines neuen rechtlichen Ansatzes für die Beilegung von Schuldenkrisen. Ein Insolvenzverfahren für Staaten soll nach Ansicht von IWF-Direktor Horst Köhler eine "wesentliche Lücke in der internationalen Finanzarchitektur schließen". Doch der Teufel steckt, wie so oft, im Detail. Aus Washington berichtet Ann-Kathrin Schneider.
* Zerklüftete NGO-Topographie: Ende der Konsenskultur nach Jo'burg? Rio war der Maßstab, an dem sich der Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg messen lassen mußte (s. auch W&E 09/2002). Nicht nur die Regierungen und die Agenda 21 setzten diesen Maßstab, sondern auch die NGOs. Die Rio-Konferenz brachte für sie den Durchbruch als Player in der internationalen Politikarena. Sie gingen als heftige Kritiker der Umwelt- und Entwicklungspolitik in den Rio-Prozeß hinein und waren am Ende anerkannte Dialog- und Kooperationspartner in der politischen Konsenskultur der 90er Jahre. Wie sich die Politikformen von NGOs weiterentwickeln und neue zivilgesellschaftliche Kräfte auf den Plan treten, beobachtete Christa Wichterich in Johannesburg.
* Rubriken: W&E-Infospiegel (mit Kurzinfos, Tagungs- und Lesehinweisen)
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