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07-08-2001

Im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung 07-08/2001 lesen Sie:

* An den Grenzen der Globalisierung: Wendepunkt Genua?
Noch nie haben so viele Menschen gegen einen G8-Gipfel demonstriert wie in Genua. Und noch nie eskalierte die Gewalt am Rande einer derartigen Veranstaltung so stark. Noch nie war der Aufwand so groß, die Sicherheitskulisse so martialisch, doch das Ergebnis so mager wie bei diesem G8-Treffen vom 20.-22. Juli 2001. Sowohl für das herrschende Politikmanagement als auch für die neue Bewegung für globale Gerechtigkeit wird nach Genua nichts mehr so sein wie zuvor. Nach der triumphalistischen Phase der Globalisierung ist jetzt auch der triumphalistische Antiglobalismus an seine Grenzen gelangt. Eine Auswertung des Genua-Gipfels von Rainer Falk.

* Neoliberales Fossil im IWF: Zurück zum Washington Consensus?
Anfang Juni kam es zu wichtigen Personalveränderungen im Internationalen Währungsfonds (IWF). Dabei erregte vor allem die Ernennung von Anne O.Krueger als Nachfolgerin des stellvertretenden Direktors Stanley Fischer öffentliches Aufsehen. Krueger, bekannt als Hardlinerin der klassischen Stabilitätspolitik der Bretton-Woods-Institutionen und Kandidatin der Bush-Administration, war gegen den erklärten Willen von IWF-Direktor Horst Köhler durchgesetzt worden. Von Jörg Goldberg.

* Argentinien als Auftakt neuer Beben? Zur Chronik einer lange angekündigten Krise
Nach rund zweieinhalb Jahren relativer Ruhe an der "Front" der Währungs- und Finanzkrisen - die letzte größere Krise fand im Januar 1999 in Brasilien statt - sind die Alarmsirenen in den finanziellen "Erdbeben-Regionen" wieder deutlicher zu vernehmen. Mit dem gleichzeitigen Auftreten ähnlicher Krisensymptome (in der Türkei, in osteuropäischen Ländern, vor allem aber in Argentinien) wird nun möglicherweise eine neue Runde im Krisenmanagement der Finanzmärkte eingeläutet, schreibt Dieter Boris.

* Feministische Globalisierungskritik: Gegen alt-hierarchische Strickmuster
Einen Monat vor dem G8-Gipfel in Genua organisierten italienische Frauenorganisationen einen internationalen Kongreß zu "Geschlecht und Globalisierung". Er schärfte Positionen gegenüber dem Prozeß der neoliberalen Globalisierung, aber auch gegenüber der globalisierungskritischen Bewegung seit Seattle. Frauen wollen Teil der Bewegung sein, ohne sich auf- oder vermischen zu lassen. Über die Entwicklung feministischer Kritik und Kämpfe berichtet Christa Wichterich.

* Debatte um Global Governance (I): Wir brauchen eine neue Reformpolitik
Ziel aller Global Governance-Konzepte ist die Re-Regulierung der Weltwirtschaft durch neue Kooperationsformen. Die folgenden Anmerkungen bezweifeln nicht die Wünschbarkeit solcher Anstrengungen. Die Kritik richtet sich vielmehr auf die Diagnose der Problemlage, den politischen Handlungsansatz und die unterstellte Problemlösungsfähigkeit der Konzepte. Alle Konzepte berücksichtigen allerdings zu Recht, daß neue Politikfelder in der globalen Arena bearbeitet werden müssen. Es geht um reale Veränderungen des Politischen, auf die neue Antworten gefunden werden müssen (s. auch: W&E 10/00, 11-12/00, 06/01). Von Jörg Huffschmid und Achim Brunnengräber.

* FfD-Vorbereitung im Schneckentempo: Zedillo-Report beklagt Governance-Defizit
Die Vorbereitungen zur internationalen Konferenz der Vereinten Nationen über Entwicklungsfinanzierung ("Financing for Development" - FfD) kommen nur im Schneckentempo voran. Fest steht nach der jüngsten Tagung des Vorbereitungsausschusses, daß die Konferenz vom 18. bis 22. März 2002 in Monterrey, Mexiko, auf der Ebene von Staats- und Regierungschefs stattfinden soll. Ernst wird es allerdings erst, wenn beim zweiten Teil des dritten PrepCom vom 15. bis 19. Oktober 2001 die eigentlichen Verhandlungen beginnen. Ein Zwischenbericht zum FfD-Prozeß von Jens Martens.

* Rubriken: W&E-Infospiegel (mit Kurzinfos, Lese- und Tagungshinweisen)


       
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