Das Millennium+5-Jahr 2005 und das G8-Jahr 2007 haben uns vor allem im Bereich der Reform der Global-Governance-Strukturen zahlreiche unvollendete Baustellen hinterlassen - von der Reform der UNO über die unabdingbare Neustrukturierung der internationalen Finanzinstitutionen bis hin zur globalen Gipfelarchitektur. Diese „Baustellen der Globalisierung“ wurden schon in einer W&E-Hintergrund-Serie bearbeitet. Darüber hinaus - und ab Januar 2007 in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung - bietet dieser W&E-Blog fortlaufend aktuelle Informationen und Möglichkeiten zur Diskussion.
Dieser Blog ist unser Beitrag zum Endspurt auf den G8-Gipfel in Heiligendamm. Regelmäßig - und je näher der Gipfel rückt, desto häufiger - erscheinen hier Kurzberichte und Zusammenfassungen von den Vorbereitungstreffen sowie Kommentare zum aktuellen Geschehen.
Mit Spannung wurde die Veröffentlichung der Agrarsubventionen der EU in Deutschland erwartet. Am 17. Juni um 14.00 Uhr war es dann soweit. Die Homepage wurde online geschaltet. Kurzzeitig brach das Netz zusammen. So groß war das Interesse. Doch an der Verteilung der Subventionen soll nicht gerüttelt werden.
Der UN-Finanzgipfel vom 24. bis 26. Juni 2009 beginnt nach den teils erbitterten Auseinandersetzungen im Vorfeld eher hoffnungsfroh. Für viele Beteiligte völlig überraschend, legten die Unterhändler pünktlich zum Beginn der Konferenz einen Text für die Abschlusserklärung vor, der keine eckigen Klammern mehr enthält und auch ansonsten gruppenübergreifende Konsensbereitschaft atmet.
Anfang Juni 2009 vermochte die lettische Regierung staatliche Schuldverschreibungen nicht mehr unterzubringen. In- und ausländische Finanzanleger erwarteten eine baldige Währungsabwertung und ließen die Auktion der Staatspapiere ins Leere laufen. Damit standen die Zeichen in Riga auf baldige staatliche Zahlungsunfähigkeit.
Auch nach dem enttäuschenden Ausgang der Vorverhandlungen in der ersten Juni-Hälfte in Bonn bestehen noch Hoffnungen auf ein substantielles Konferenzergebnis im Dezember in Kopenhagen. Dieses muss die nächsten Schritte in den Bereichen Anpassung und Emissionsminderung, Technologieentwicklung und transfer sowie Finanzierung definieren, wie sie im Aktionsplan von Bali vorgesehen sind.
In den vergangenen Monaten haben Berichte über ausgedehnte Landgeschäfte ausländischer Investoren in Afrika, Lateinamerika oder Südostasien weltweit Schlagzeilen gemacht. In einer neuen Studie, an deren Erstellung die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO beteiligt war, wird versucht, das ganze Ausmaß zumindest für Afrika zu bestimmen, aber auch Empfehlungen zu formulieren.
Die Vereinten Nationen erwarten für das laufende Jahr ein Negativwachstum der Weltwirtschaft von -2,6%. Noch im Januar war ihr pessimistischstes Szenario von -0,5% ausgegangen. Doch Ende Mai/Anfang Juni trägt die ökonomische Landschaft immer noch winterliche Züge; die viel zitierten grünen Triebe, die einen neuen Frühling ankündigen könnten, sucht man vergebens.