Vorab im Web – Boom und Niedergang der Nahrungsmittelpreise waren vielen Zeitschriften Artikel und Schwerpunkte wert. Der Grundton der Analysen lautet: Die Opfer sind immer die Bauern. Die Debatte scheint kaum in Erwägung zu ziehen, dass es Menschen besser gehen kann, wenn sie die Landwirtschaft verlassen. Und sie scheint sogar kategorisch auszuschließen, dass Bauern von Agrarkonjunkturen auch profitieren können. Widerstand sollen sie leisten, am liebsten in der Subsistenz leben und nur ihre Überschüsse verkaufen, auf dem lokalen Markt natürlich. Daran ist nicht nur vieles falsch, sondern auch politisch nutzlos, schreibt Ingo Melchers.
Ein Beispiel dafür mag der Beitrag von Rudolf Buntzel in der ersten Ausgabe der „blätter des iz3w“ in diesem Jahr sein. Buntzel gibt die Schätzung des International Food Policy Research Institute wieder, nach der 1% Preissteigerung bei Nahrungsmitteln auf den Weltmärkten 17 Millionen Menschen mehr Hunger bringt. Der darauf folgende Preisrückgang habe jedoch nach Meinung Buntzels keinerlei Erleichterung gebracht. Ist doch seltsam. Die modernisierungskritischen Kleinbauern und –bäuerinnen, so Buntzel, die Widerstand leisten gegen die „internationalen Saatgut- und Gentechnikkonzerne, Düngemittelkartelle, Modernisierer und Wachstumsfetischisten“, seien die „eigentlichen Opfer“ der Krise ... ... dieser Artikel erscheint in W&E 07-08/2009 und ist reserviert für Abonnentinnen und Abonnenten. Bitte wählen Sie unter folgenden Möglichkeiten:
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