Wie das US-Finanzkapital seine Krise selbst managt

Von George Bush zu Barack Obama

Vorab im Web – Wie ist das bisherige Management der um sich greifenden Finanzkrise zu bewerten? Handelt es sich um eine Ausplünderung der öffentlichen Kassen zugunsten des Kapitals oder ist es ein erster Schritt in Richtung Sozialismus? Wer gibt die Krisenlösungsstrategien vor, wer managt die Krise, und wer wird die Lasten tragen? Bisher hat es den Anschein, dass das Finanzkapital die Krise sehr zu seinen Gunsten managt. Wird sich das unter dem neuen Präsidenten Barack Obama ab Januar ändern, fragt Christoph Scherrer.


Naomi Klein, kanadische Journalistin mit „No Logo“-Weltruhm, sieht im 700-Mrd.-Dollar-Rettungspaket die letzte Plünderungsaktion der Regierung Bush vor ihrem Abgang („Bush’s Final Pillage“). Sie vergleicht das Verhalten von Schatzminister Hank Paulson mit dem der europäischen Kolonialisten, die – kurz bevor sie ihre Kolonien aufgaben – alles Gold mitgehen ließen. Das Schatzamt sei für viele künftige Jahre zur „bottomless cash machine“ der Banken umfunktioniert worden. Der französische Ökonom Frédéric Lordon sieht den Zentralbanker „Karl“ Bernanke und „Wladimir Iljitsch“ Paulson hingegen mit einer Schirmmütze mit rotem Stern, die ihnen zwar nicht stehe, doch „sie haben wenigstens begriffen, dass sie im Ernstfall die neue Kopfbedeckung aufbehalten müssten“ ...

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