Rio+20-Konferenz: Die Zukunft, die wir wollen?

Die nach Rio gereisten NGOs waren genauso entsetzt wie so mancher in den offiziellen Verhandlungsdelegationen. Kurz entschlossen bereiteten die brasilianischen Gastgeber dem Gefeilsche um Minimalkonsense ein Ende und erklärten den vorliegenden Verhandlungstext für endgültig. Die "Zukunft, die wir wollen", so der Titel des Dokuments, steht nun fest (zumindest auf dem Papier), bevor der Gipfel überhaupt begonnen hat. Wer sie bewerten will, der lese das Abschlussdokument. Wem Konferenzpapier zu geduldig ist und wer mehr Hintergrund braucht, der lese unsere Rio+20-Sonderserie, die sich bewusst nicht mit den Details des Verhandlungsprozesses aufhält.


Rio+20-Sonderserie


Die Häufigkeit von internationalen Umweltgipfeln steht in umgekehrtem Verhältnis zu Erfolgen und Fortschritten der internationalen Umweltpolitik und –diplomatie. An diesem Missverhältnis wird auch die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (kurz: Rio plus 20), die vom 20.-22. Juni 2012 in Rio de Janeiro stattfindet, nichts ändern. Dabei sind die Themen der Zusammenkunft nicht ungeschickt gewählt. Sie könnten zum einen („A green economy in the context of sustainable development“) die Anpassung der wirtschaftlichen Verhältnisse an die ökologischen Imperative in Angriff nehmen und zum anderen („The institutional framework for sustainable development“) der Reform der institutionellen Rahmenbedingungen der internationalen Umweltpolitik einen kräftigen Schub geben. Doch 20 Jahre nach dem legendären Erdgipfel, der 1992 ebenfalls in Rio stattfand, hat sich der Wind gedreht.


Mit folgenden Ausgaben und Schwerpunktthemen:

W&E-Hintergrund Mai 2012: Neuer Steuerungsoptimismus: Die imperiale Lebensweise bleibt intakt (Ulrich Brand) +++ Remember Rio 1992: Kein Anlass zur Nostaligie. Zur Paradoxie nachhaltiger Entwicklung (Barbara Unmüßig/Wolfgang Sachs)
W&E-Hintergrund März 2012: Die Green Economy und ihre Grenzen (Barbara Unmüßig) +++ Das Erbe von Rio: Umwelt und Entwicklung zusammen denken (Martin Khor) +++ Zehn Maßstäbe für den Erfolg von Rio+20 (Jens Martens)
W&E-Hintergrund Februar 2012: Zerstobene Verheißungen: Finanz- und Naturkrisen 20 Jahre nach Rio (Elmar Altvater)
W&E-Hintergrund November 2011: Occupy Rio plus 20: Green Economy - Green New Deal - Green Growth? (Achim Brunnengräber/Tobias Haas) +++ Die nächste große Transformation? Eine grüne Technologie-Revolution (Rob Voss/Manuel F. Montes) +++ Die Sicht des Human Development Report 2011: Mehr Nachhaltigkeit durch Gerechtigkeit (Jörg Goldberg)

Plus folgende Einzelartikel (als PDF-Datei):

Feministische Diskurse im Vorfeld von Rio-20: Wider die Begrünung durch die Märkte (Christa Wichterich)
Ein planetarisches Überlebensmodell: Herausforderungen für Rio plus 20 (Sunita Narain)
Umdenken nach zwei verlorenen Jahrzehnten. Sechs Punkte für Rio Plus 20 (Martin Khor)
Globale Umweltgovernance und Rio+20: Groß denken und klein beigeben? (Barbara Unmüßig)

       
Anzahl:   St

Auf den Merkzettel.


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Diese Sonderserie erscheint in Zusammenarbeit mit dem Global Policy Forum Europe, Bonn, sowie mit freundlicher Unterstützung von Misereor, Aachen, Oxfam Deutschland, Berlin, und terre des hommes, Osnabrück. Medienpartner in Österreich sind das Südwind-Magazin, Wien, und in Luxemburg der Brennpunkt Drett Welt.

Siehe auch
>>> W&E-Dossier Klimakrise als Nord-Süd-Konflikt




Hinweis:


Wieder verfügbar als Reedition: Unsere UNCED-Sonderdienst-Serie "Maracujà", mit der wir den Erdgipfel vor 20 Jahren vorbereitet und begleitet haben: >>> hier.




UNRISD: Bringing back the social to Rio+20


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