W&E 06-07/2017

In dieser Ausgabe lesen Sie:

* Multilaterale Zusammenarbeit: Der Gipfel von Hamburg und die Zukunft der G20
Drei Wochen nach dem G20-Gipfel, der am 7./8. Juli 2017 in Hamburg stattfand, wird immer noch über das Großereignis diskutiert. Doch während die Ausschreitungen einiger Randalierer und der gigantische Polizeieinsatz inzwischen zum Wahlkampfthema geworden sind, spricht über die berechtigten Anliegen der friedlichen Protestierer kaum noch jemand. Und auch für die Mini-Ergebnisse des offiziellen Gipfels interessiert sich kaum noch einer, schreibt Rainer Falk.

* Reflexionen nach dem G20-Gipfel: Die Weggabelung von Hamburg
Die Gruppe von 19 der stärksten Ökonomien und der EU (G20) ist Ende 2008 mit einem hohem Anspruch angetreten, der Hoffnung verbreitet hat: Effizient und besser legitimiert als die G7/G8 der Industrieländer wollte sie neue Akzente in der internationalen Wirtschaftsdiplomatie setzen. Sie wollte die globale Finanz- und Wirtschaftskrise nicht nur managen, sondern ihre Wiederholung in der Zukunft verhindern. Von Barbara Unmüßig.

* Afrikas Entwicklung und die Investoren: Pakt mit Afrika wenig problemgerecht
Pläne zur Förderung von Afrika sind derzeit Legion. Zentral ist der auf dem Hamburger G20-Gipfel beschlossene „Compact With Africa“ (CWA), der die aktuellen Interessen von Industrieländern und Investoren widerspiegelt: Stopp der Migration und Rendite. Die – oft differenzierte – Problemlage der afrikanischen Länder wird kaum berücksichtigt. Diese wird im diesjährigen „Economic Report on Africa“ der UN (s. Hinweis) behandelt, der sich mit dem Zusammenhang von Urbanisierung und Industrialisierung befasst. Ob die Mittel von CWA & Co die Umsetzung des vorgestellten Konzepts befördern können, hängt wesentlich von der Kompetenz der afrikanischen Akteure ab. Von Jörg Goldberg

* Replik: Der globale Kapitalismus re-visited. Imperiale Lebensweise!
Der renommierte kritische Entwicklungsforscher Dieter Boris unterzieht in W&E 05/Mai 2017 unser Buch „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Menschen und Natur im globalen Kapitalismus“ einer sehr weitgehenden Kritik. Wir würden, so Boris, im Kern argumentieren: „Hier, im Norden, Reichtum, Wohlstand, Verschwendung – dort, im Süden, Armut, Elend, Not. Ersteres ist ursächlich durch letzteres bedingt. Es besteht ein eindeutiges und alles determinierendes Kausalverhältnis.“ Und er unterstellt uns eine unseriöse Analyse. Eine Replik von Ulrich Brand und Markus Wissen.

* Historische UN-Konferenz: Wie die Gesundheit der Ozeane retten?
Die erste UN-Ozean-Konferenz („The Ocean Conference“), die mit 6000 TeilnehmerInnen vom 5. bis 9. Juni 2017 in New York stattfand, erkannte an, dass die Ozeane ein gemeinsames Erbe der Menschheit sind und ihre Gesundheit entscheidend für das Überleben aller Menschen ist. Ein Bericht von J. Nastranis.

* Globaler Rechtsindex des ITUC 2017: Angriffe auf Gewerkschaften nehmen zu
Die Zahl der Länder, in denen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer körperlicher Gewalt und Drohungen ausgesetzt sind, hat sich in nur einem Jahr um 10% erhöht. Das geht aus dem Globalen Rechtsindex des Internationsalen Gewerkschaftsbunds (ITUC bzw. IGB) hervor. In 59 Ländern wurden Angriffe auf Gewerkschaftsmitglieder dokumentiert, und die Angst um Arbeitsplätze und Löhne wächst. Eine Zusammenfassung von Michael Mohnke.

*Die Finanzkrise in Asien: 20 Jahre danach
Es ist 20 Jahre her, seit die asiatische Finanzkrise im Juli 1997 ausbrach. Seither hat es eine wesentlich größere, globale Finanzkrise gegeben, die 2008 begann. Stehen wir vor einer weiteren Krise? Jedenfalls ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, welche Lehren gezogen wurden und ob die Länder für neue Finanzkrisen anfällig sind, schreibt Martin Khor.

* Rubriken: W&E-Infospiegel (mit Kurzinfos, Termin- und Lesehinweisen) und W&E-Update (Politische Terminvorschau)

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