Die neue Frontlinie in der Handelspolitik

E-Commerce und Entwicklungsländer (I)

Vorab im Web - Unter dem Vorwand, lediglich Standards für elektronisch gehandelte Waren und Dienstleistungen einzuführen, dienen Handelsabkommen führender Industrienationen in zunehmendem Maße dem Ausbau ihrer Machtposition in der digitalen Wirtschaft. Die Europäische Union, Japan und allen voran die USA wollen in neuen Handelsabkommen nicht nur den Online-Handel regulieren, sondern Rahmenbedingungen für den Verkehr mit digitalen Daten im Sinne ihrer führenden IT-Konzerne neu gestalten und rechtlich absichern, analysiert Sven Hilbig.


Vordergründig geht es darum, den Geschäftsverkehr für alle Beteiligten, besonders für kleine und mittelständische Unternehmen in Entwicklungsländern, zu erleichtern. Vorrangige Ziele sind jedoch (1) der freie grenzüberschreitende Datenverkehr, (2) die Verwertung digitaler Daten auf Servern und Rechenzentren im Silicon Valley und anderen Hightech-Zentren sowie (3) deren Monetarisierung mittels (profilbasierter) Online-Werbung, global angebotener Serviceleistungen etc.. Es besteht die Gefahr, dass die Welthandelsregeln auch im Bereich der Digitalisierung zum Nachteil zahlreicher Länder des globalen Südens ausgestaltet werden und der sog. Ressourcenfluch (also die ökonomisch, ökologisch und sozial einseitige, nicht-nachhaltige Abhängigkeit der Mehrzahl der Entwicklungsländer vom Export landwirtschaftlicher, fossiler und mineralischer Rohstoffe) um einen zusätzlichen neuen Rohstoff erweitert wird: die digitalen Daten – den wichtigsten Rohstoff des 21. Jahrhunderts...

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Über den Autor:

Sven Hilbig ist bei Brot für die Welt Referent für Welthandel.


In diesem Artikel lesen Sie:

Revolutionen – nicht nur technischer Art
Regularien sind nur bedingt erwünscht
Vom analogen zum digitalen Handel



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