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Der Bali-Konsens als Problem für das Klima

Eine Kritik der Ergebnisse der Klimakonferenz

Vorab im Web – Bereits die Tatsache, dass der Ausgang der internationalen Klimaverhandlungen in Bali in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eher gefeiert als grundsätzlich kritisiert wird, dürfte nachdenklich stimmen. Der Charme der dramatischen Verhandlungen, der Verheißungen auf einen verbesserten Finanz- und Technologietransfer von Nord nach Süd und vor allem der erste Entwurf einer „Straßenkarte“ zum Kyoto II-Abkommen reicht bis weit in die Gesellschaft hinein. Im Bali-Konsens zeigt sich das tiefreichende Problem eines unzureichenden Umgangs mit dem Klimawandel, argumentieren Kristina Dietz und Achim Brunnengräber aus hegemonietheoretischer Sicht.

 



Wir könnten es uns einfach machen: Nach klassischem politikwissenschaftlichem Verständnis bezieht sich das Attribut „hegemonial“ auf das Verhältnis zwischen Staaten. Und weil der „böse“ Hegemon, die USA, als wirtschaftlich wie militärisch mächtiger Akteur alle erfolgreichen Bemühungen um eine wirklich anspruchsvolle Klimapolitik torpediert, ist eigentlich schon alles gesagt. ...

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Veröffentlicht: 21.12.2007

Weitere Beiträge zum Thema auf dieser Website:
>>> Botschaften für Bali

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Zu diesem Beitrag schrieb uns Oliver Schmidt:

Eine sehr treffgenaue Analyse. Es mag von Interesse sein, etwa die veröffentlichte Meinung in Indien dazu hören. Hier titelte die Hindu Times - m.E. durchaus repräsentativ, wenn auch am "ungeniertesten" - was Indien in Bali erreicht habe:
* KEINE Verpflichtung auf irgendwelche Emissionsverringerungen oder –begrenzungen;
* MEHR Finanz-/Technologietransfers;
* freie Hand beim Wirtschaftswachstum ("Fossilismus").

Manhoman Singh, der Premierminister, hat bereits bei Amtsantritt vor zwei Jahren gesagt, das zentrale Problem der indischen Entwicklung sei die Energieversorgung. Dabei geht es vor allem um Kernkraft und um Gas und Öl (aus dem Iran). Erneuerbare Energien spielen keine geo- oder machtpolitische Rolle.

Soweit sich Inder für dieses Thema überhaupt interessieren, scheinen sie vor allem die Sicht zu stützen, dass USA, Japan und Kanada die Buhmänner sind. Ich habe hier bisher keinerlei klima- oder umweltpolitische Selbstreflexion gesehen.

Was kann man nun tun? Man müsste die Scheinheiligkeit Merkel‘scher Klimarhetorik - grüne PR - als unglaubwürdig entlarven, aber wie? Es ist wie der Ablasshandel. Ein Wohlfühlthema ohne persönliche Konsequenzen. Dabei spielen auch überzogene Horrorszenarien der Vergangenheit von "grüner" Seite eine Rolle. Das Pendel schwingt sozusagen in die andere Richtung. Man will positive, "Wir machen was"-Botschaften hören. Kyoto, Bali - das sind heute - wie im Beitrag dargestellt - Erfolgstories; mit dem unvermeidlichen Bösewicht Bush, natürlich. Keiner möchte jetzt hören, dass wir alle mehr wie Bush sind.

Die "indische" Reaktion mag verlogen und kritikwürdig erscheinen (sehr, in meinem Fall). Aber eigentlich ist sie nur ehrlich: Die Inder, die es sich leisten können, wollen den Konsumstil, den "wir Westler" genießen. Wir geben uns gern einen grünen Anstrich, aber unser Pro-Kopf-Energieverbrauch ist indiskutabel - mit und ohne Energiesparlampe. Die Inder ziehen die Durchschnittsverbrauch-Karte - der ist natürlich viel niedriger, weil 700 Millionen Landarbeiter/Kleinbauern/Slumbewohner eben keinen Strom haben.

So werden die Armen doppelt betrogen - sie müssen für die Verantwortungslosigkeit der Mittelschichten herhalten, und sie tragen die realen Folgen des Klimawandels (Ernteausfälle durch verschlechterte Wetterbedingungen, Wohnplatzverlust durch Überschwemmungen etc.).

Es ist noch nicht gelungen zu zeigen, jenseits intellektueller Übungen, wie Klimapolitik konkrete Wirkungen entfalten kann - bzw. wie diese konkreten Wirkungen an das "Bali-Verhalten" von Regierungen gekoppelt werden können.

Dr. Oliver Schmidt, z.Zt. Hyderabad/Indien, arbeitet in der Mikrofinanzentwicklung.










Das waren die W&E-Highlights von 2007 / Internationale Klimapolitik nach Bali

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