2019: W&E jetzt im 30. Jahr! Jetzt abonnieren!
english version
Home Über W&E W&E-Abo Probeexemplare/Service W&E-Blogs Materialien W&E-Links W&E-Archiv

W&E-Sonderserien
W&E-Dossiers
W&E-Archiv 2019
W&E-Archiv 2018
W&E-Archiv 2017
W&E-Archiv 2016
W&E-Archiv 2015
W&E-Archiv 2014
W&E-Archiv 2013
W&E-Archiv 2012
W&E-Archiv 2011
W&E-Archiv 2010
W&E-Archiv 2009
W&E-Archiv 2008
W&E-Archiv 2007
W&E-Archiv 2006
W&E-Archiv 2005
W&E-Archiv 2004
W&E-Archiv 2003
W&E-Archiv 2002
W&E-Archiv 2001
W&E-Stichworte
Aufmacher der Startseite
LOGIN
Nur für Abonnenten

In Ihrem Warenkorb:
0 Artikel, 0,00 EUR

Merkzettel anzeigen
Warenkorb anzeigen
Zur Kasse gehen
Ihre Bestelldaten
Probeexemplar bestellen



ANZEIGEN



In eigener Sache: 25 Jahre W&E

Editorial von Rainer Falk

In diesem Sommer jährt sich das Erscheinen des Informationsbriefs Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E) zum 25. Mal. Aus einem bescheiden daher kommenden Projekt ist ein Faktor der entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Publizistik im deutschsprachigen Raum geworden – ein beachteter „Fachinformationsdienst für Globalisierung, Nord-Süd-Politik und internationale Ökologie“, wie es in der Kopfleiste unserer Website heißt.

 

Im Namen des Produkts (Weltwirtschaft & Entwicklung) wie in den drei Stichworten (Globalisierung, Nord-Süd-Politik, internationale Ökologie) spiegelt sich das Themenspektrum wider, das wir bis heute bearbeiten: Es geht weit über die traditionelle Entwicklungspolitik im engeren Sinne hinaus und fragt nach den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Entwicklung ebenso wie nach deren ökologischen Konsequenzen. Es nimmt die Nord-Süd-Verhältnisse im Kontext der Globalisierung in ihrer Gesamtheit in den Blick, für die immer noch der Norden die Gestaltungsmacht und vorrangige Verantwortung trägt, auch wenn der Süden und vor allem die Schwellenländer in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich aufgeholt haben.

● Die in der aktuellen Ausgabe (>>> W&E 07-08/2014) versammelten Beiträge (weitere folgen in W&E 09/2014) sind ein Widerhall dieses Ansatzes und dieses Themenspektrums, für das W&E seit seiner Gründung steht. Am Anfang der Ausgabe steht ein Sachstandsbericht von Jens Martens zu dem wohl zentralen Thema der aktuellen entwicklungspolitischen Debatte, dem Ringen um die Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs) für die Zeit nach 2015. Dies zeigt, wie die entwicklungspolitische Auseinandersetzung, in dem sie wirklich global gültige Ziele anstrebt, dabei ist, sich von alten Verengungen zu emanzipieren.

Von Beginn an war eines unserer Markenzeichen die kritische Rezeption der Reports internationaler Organisationen – des Weltinvestitionsberichts (WIR) von UNCTAD etwa, der den ersten 1989 erschienenen Sonderdienst ausfüllte und der seither regelmäßig beobachtet wurde. In dieser Ausgabe stellt Jörg Goldberg den neuesten WIR vor und beobachtet, wie dessen Autoren hinter den sonst bei UNCTAD üblichen progressiv-heterodoxen Ansatz zurückfallen. Den Versuch, die finanzielle Lücke bei den SDGs durch die Mobilisierung von Privatkapital zu füllen, hält er für einen gefährlichen Weg.

● Der aktuellen Ausgabe liegt ein W&E-Hintergrund (>>> W&E-Hintergrund August 2014) bei, in dem unser vielleicht am kontinuierlichsten behandeltes Thema bilanziert wird: Ausgerechnet zum 70. Jahrestag der Konferenz von Bretton Woods, auf der IWF und Weltbank gegründet wurden, hoben die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) ein alternatives BRICS-System aus der Taufe, wie Elmar Altvater bemerkt. Auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die neue BRICS-Entwicklungsbank und der neue BRICS-Währungsfonds voll funktionsfähig sein werden, symbolisiert dieses Ereignis deutlich, wie die Nachkriegszeit und auch die nach dem Ende des Kalten Krieges heraufziehende unipolare Weltordnung jetzt auch auf dem Gebiet der Weltwirtschaft zu Ende geht.

Wie sich die alten Mächte gegen den Epochenbruch stemmen, ist das Thema, das zwei weitere Beiträge variieren: Bernd Hamm verweist auf die Entstehung eines „Dunklen Staates“ in den USA, dessen Aktivitäten die Demokratie, wie wir sie bisher kannten, auch über die USA hinaus an den Rand des Abgrunds treibt. Peter Wahl analysiert die Interessengegensätze, welche die Europäische Union an einer wirklich gemeinsamen Außenpolitik hindern. Das Zerplatzen europäischer Supermachtillusionen hält er freilich für keinen Beinbruch, zumal das Festhalten an alten und neuen Großmachtinsignien in Europa eine veritable Alternative zur US-Politik unmöglich macht.

Den Abschluss dieser Ausgabe bildet ein kurzer Beitrag von Philip Bedall und Laura Weis zur Relevanz der Anti-Kohle-Kämpfe für eine neue Klimapolitik. Während wir in unserer ersten Ausgabe 1989 „Schritte zu einer internationalen Gegenbewegung“ beobachteten (Stichwort „Gegengipfel“), verweisen die Anti-Kohle-Aktivitäten darauf, dass sich auch die Zivilgesellschaft zunächst auf lokaler Ebene formieren muss, um global wirksam zu werden. Und: Immer noch ist der Druck der internationalen Gegenbewegung zu schwach, um nennenswerte Veränderungen in ihrem Sinne durchzusetzen. Wie es aussieht, wird das Gesicht der neuen Weltwirtschaftsordnung eher von den aufstrebenden Mächten des Südens als von der internationalen Zivilgesellschaft geprägt werden.

● Wie dem auch sei: 25 Jahre W&E – das sind auch 25 Jahre dokumentierte Globalisierung, deren politische Gestaltung noch immer den Charakter von Baustellen trägt. Zur Bearbeitung dieser Baustellen gibt es auch weiterhin keine Alternative, es sei denn man riskiert den großen Gegenschlag im Sinne von noch mehr sozialem Roll-back, neuer Nationalismen, Xenophobie und Balkanisierung.

● Den 25. Jahrestag nehmen wir auch zum Anlass, den HerausgeberInnen-Kreis von W&E weiter zu stärken. Neu begrüßen wir in diesem Kreis:
* Danuta Sacher, Vorsitzende der Kinderrechtsorganisation terre des hommes, die schon lange zu unseren Kooperationspartnern gehört;
* Sven Giegold, Mitbegründer von Attac Deutschland und jetzt in zweiter Legislaturperiode für die Grünen im Europäischen Parlament;
* Dr. Joachim Becker, a.o. Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien und unseren Lesern schon längerem als Autor bekannt.
Jetzt ist dieser Kreis allerdings so groß, dass er vollständig nur noch auf unserer Website Platz hat (in der Rubrik „Über W&E“). Im Kopf der Printausgabe werden die Namen künftig in gewissen Abständen rotieren.

Last but not least möchte ich den Jahrestag zum Anlass nehmen, Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, für Ihr jahrelanges Interesse zu danken. Kommen Sie gut durch den Sommer und bleiben Sie uns weiterhin treu!

Empfohlene Zitierweise:
Rainer Falk, In eigener Sache: 25 Jahre W&E, in: Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E), Luxemburg, 4. August 2014 (www.weltwirtschaft-und-entwicklung.org)


Share |












Wirtschaftslobbyismus und Demokratie / Zwischen Supermachtträumen und Krise

Seite drucken

Nach oben

Impressum Widerrufsrecht AGB Datenschutz RSS-Feeds W&E-Sitemap