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10-2004

Artikel-Nr.: DE20050304-WE-10-2004

10-2004

Im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E) 10/2004 lesen Sie:

* Verlängerung von HIPC statt Schuldenerlaß: Der vertagte Durchbruch
Die Zeit war fast reif für den längst überfälligen Schritt über die Kölner HIPC-II-Initiative zur Entschuldung der ärmsten Länder hinaus: Die USA und Großbritannien hatten im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank Anfang Oktober eigene Vorschläge für einen weitergehenden Schuldenerlaß vorgelegt. Gleichzeitig gab es vor Ort in Washington erstmals wieder eine bemerkenswerte Mobilisierung der US-amerikanischen Jubilee-Kampagne. Gleichwohl führten die Widersprüche im Gläubigerlager dazu, daß die Tagung ohne nennenswerte Beschlüsse auseinander ging. Ein Kommentar von Jürgen Kaiser.

* Neue Vergabepolitik der Weltbank: Abschied von der Strukturanpassung?
Im September d.J. sind bei der Weltbank neue Leitlinien für die Vergabe nicht projektgebundener Kredite in Kraft getreten. Die seit 1992 gültige Operational Directive: Structural Adjustment Lending Policy wurde durch ein Operational Manual: Development Policy Lending (OP 8.60) ersetzt. Ausgerechnet ein linksliberales Blatt aus Frankfurt mutmaßte sogleich, die Bank habe alten Patentrezepten abgeschworen und die Entwicklungsländer würden künftig Kredite ohne Vorleistungen erhalten. Doch die Freude war verfrüht. Die neue Vergabestrategie hat Rainer Falk analysiert. ???50018895920e74b0b???

* Die Weltbank in Indien / Mitteleinkommensländer: Neuer Trend zu Großprojekten
In diesem Sommer hat die Weltbank ihre neue Länderstrategie für Indien veröffentlicht. Sie ist auf heftige Kritik gestoßen. Eine breite Koalition von indischen Bewegungen hat sich gegen den Entwicklungsplan ausgesprochen und die Regierung Singh aufgefordert, das gleiche zu tun. Die neue Strategie sieht einerseits staatliche Zuschüsse für ökologisch bedenkliche Großprojekte vor und unterstützt andererseits den Privatsektor darin, die Bereitstellung von Basisdienstleistungen zu übernehmen. Ann Kathrin Schneider beleuchtet die neue Liaison zwischen Weltbank und indischer Regierung.

* Nach dem Welttextilabkommen: Freihandel statt Quoten?
Nach Jahrzehnten der Regulierung und Mengenbegrenzung im internationalen Textil- und Bekleidungshandel läuft Ende diesen Jahres das Welttextilabkommen aus. Doch die Verheißungen des Freihandels werden sich für viele kleine Exporteure im Süden nicht erfüllen. Statt neuer Exporterfolge winkt eine Verschärfung der globalen Konkurrenz. Die negativen Folgen könnten nur durch die Durchsetzung menschenwürdiger Arbeits- und Sozialstandards in der gesamten Textil- und Bekleidungsindustrie gemildert werden, schreibt Sabine Ferenschild.

* Kein Weg aus der Kaffeekrise: Der unvollständige Kodex
Kaffee ist weltweit nach Erdöl das meistgehandelte Produkt. Etwa 25 Millionen Menschen in tropischen und subtropischen Ländern sind direkt abhängig von der Kaffeeproduktion. Seit Ende der 90er Jahre befindet sich der Kaffeemarkt in einer Preiskrise, die durch Überproduktion verursacht wurde. Auf Initiative des Deutschen Kaffeeverbands (DKV) und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) wird seit Mai 2003 in einem partizipativen Prozeß der „Common Code for the Coffee Community“ (CCCC) erarbeitet. Eine erste, noch unvollständige Version wurde am 10. September der Presse vorgestellt. Über die Hintergründe der Verhandlungen berichtet Gertrud Falk.

* Rubriken: W&E-Infospiegel (mit Kurzinfos, Lese- und Veranstaltungshinweisen)

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