Der Fachinformationsdienst für Globalisierung, Nord-Süd-Politik und internationale Ökologie
en

Was suchen Sie?

08-2004

Artikel-Nr.: DE20050304-WE-08-2004

08-2004

Im Informationsbrief Weltwirtschaft & Entwicklung (W&E) 08/2004 lesen Sie:

* Das Genfer Rahmenabkommen für die Doha-Runde: Die Fassade wieder hergerichtet
Große Worte taugen oft nicht für nüchterne Analysen. Und so ist das in der Nacht zum 1. August verabschiedete Rahmenabkommen zur Wiederbelebung der Doha-Runde sicherlich nicht der „historische Durchbruch“, den WTO-Generaldirektor Supachai Panitchpakdi darin gerne sehen möchte. Vermessen ist aber auch die Unterstellung, dass die Entwicklungsländer in Genf über den Tisch gezogen wurden. Was dort bewerkstelligt wurde, ist vielmehr die mühsame Wiederaufrichtung einer Fassade, hinter der jetzt konkret und en detail verhandelt werden muss, um aus der Doha-Runde doch noch eine Entwicklungsrunde zu machen. Den Stand der Runde nach Genf analysiert Rainer Falk. ???500188955d0db040c???

* Reform der Zuckermarktordnung: Kein Ende des Dumpings
Mitte Juli hat die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Reform der Zuckermarktordnung veröffentlicht, einem der letzten Bollwerke einer einst komplett abgeschotteten Landwirtschaft. Zur Anpassung an globale Handelsregeln sollen Erzeugerquoten gekürzt, Preise gesenkt und Exporte verringert werden. Bauern und Zuckerherstellern ist das zu viel; sie wollen die alte Ordnung wegen der hohen Gewinne behalten. Entwicklungsorganisationen ist es zu wenig; sie rechnen vor, wie Platz für Zucker aus dem Süden geschaffen werden kann. Auch dort aber gibt es keine Übereinstimmung über die gewünschte Richtung einer Reform, schreibt Sigrid Thomsen.

* Das Defizitproblem der US-Wirtschaft: Achillesferse eines Riesen
Das Problem, das sich für die US-Wirtschaft als größte Schwierigkeit erweisen könnte, ist die Abhängigkeit von ausländischem Kapital. Seit 1982 haben die Vereinigten Staaten nur ein einziges Jahr lang kein Defizit verzeichnet, vor allem da sie wesentlich mehr importieren als exportieren. Diese Importe werden mit hohen Kapitalzuflüssen finanziert. Das ist eine ungewöhnliche Konstellation, wenn man bedenkt, dass in den USA mehr Kapital angehäuft ist als irgendwo sonst auf der Welt. Auch die hohen Kredite von Privathaushalten, Unternehmen und – jetzt, da sie wieder ein Defizit zu bewältigen hat – der Regierung wurden mit Hilfe ausländischen Kapitals finanziert. Von Trevor Evans.

* Rubriken: W&E-Infospiegel (mit Kurzinfos, Lese- und Veranstaltungshinweisen)