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Nr. 04/2006

Artikel-Nr.: DE20060405-WE-04-2006

Nr. 04/2006

BMZ-Afrika, Sir Hans, Neue Finanzen, Ost-EZ

* BMZ-Afrikastrategie: Abschied von der Armutsbekämpfung? Profilbildung als Rolle rückwärts
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bemüht sich seit 2004 um die „Profilbildung der bilateralen EZ mit Subsahara-Afrika“. Angesichts der u.a. von OECD/DAC kritisierten Zersplitterung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Nr. 02-03/2006) ist dies ein notwendiger Prozeß. Während die Ministerin den Akzent auf die Armutsbekämpfung legt, feiern im BMZ-gesteuerten Profilbildungsprozeß längst überwunden geglaubte neoliberale Wachstums- und trickle-down-Ansätze fröhliche Urständ. Von Jörg Goldberg (Vorabveröffentlichung der Langfassung ???531686978f0d87f01???).

* Sir Hans Singer (29. November 1910 – 26. Februar 2006): Ein Pionier der Entwicklungsökonomie
Werk und Denken von Sir Hans können wohl am besten durch „economics as though people mattered“ – also: „Wirtschaftswissenschaft, als ob Menschen wichtig wären“ – charakterisiert werden. Sein ganzes Leben hindurch strebte er danach, mehr Gleichheit in der Teilhabe an wirtschaftlichen Verbesserungen zu erreichen. Als selbst deklarierter „Anhänger des Sozial- und Wohlfahrtsstaates“ wurde er, als er bei der UNO zu arbeiten begann, „vom Gedanken und den Möglichkeiten eines von den Vereinten Nationen verkörperten globalen Wohlfahrtsstaates angezogen“. Ein Nachruf von Kunibert Raffer.

* Neubewertung der öffentlichen Finanzen: Global, public, private oder was?
Die öffentlichen Kassen sind leer, doch die Kosten, die zur Lösung globaler Probleme genannt werden, steigen explosiv. Die Debatte darüber, wie diese Kluft zu überbrücken ist, hat längst begonnen. In ihrem neuen Buch „The New Public Finance“ (s. Hinweis) fordern Inge Kaul und Pedro Conceição ein neues Verständnis der Beziehungen zwischen öffentlicher und privater, nationaler und internationaler Finanzierung. Ein Kommentar von Barbara Unmüßig.

* Die Entwicklungszusammenarbeit der neuen EU-Mitgliedstaaten: Unvollendete Osterweiterung
Gegenwärtig beläuft sich die Entwicklungshilfe in den Neuen Mitgliedstaaten (NMS) der EU auf 0,02-0,14% des Bruttonationaleinkommens (BNE), was weit unter den EU- und OECD-Zielen liegt. Die NMS haben sich das Ziel gesetzt, ihre EZ-Ausgaben bis 2015 auf 0,33% des BNE zu erhöhen. Das entspricht in etwa der Hälfte des Ziels der alten Mitgliedstaaten (EU15; 0,7%). Auch den inhaltlichen Fokus der EU-Entwicklungspolitik auf Armutsbeseitigung können die NMS nicht uneingeschränkt nachvollziehen. Eine Übersicht von Sabine Rehbichler.

* Rubriken:
W&E-Statistik, W&E-Update, W&E-Infospiegel

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